Erweiterung der Gedenkstätte

Gedenkstätte Berliner Mauer

Die 1998 eingeweihte Gedenkstätte Berliner liegt in der Bernauer Straße, die durch den Mauerbau im August 1961 traurige Berühmtheit erlangt hat. Hier sprangen Flüchtlinge aus den Grenzhäusern, wurden die Häuser zugemauert, Tunnel gegraben und die Versöhnungskirche gesprengt.

Foto 1: Bernauer Straße nach dem Mauerbau
Foto 2: Gedenkstätte Berliner Mauer

Gegenwärtig wird die Gedenkstätte um eine Ausstellung auf dem ehemaligen Grenzstreifen erweitert. Die entstehende Dauerausstellung nutzt die hohe Spuren- und Ereignisdichte an der Bernauer Straße, um exemplarisch am historischen Ort und auf ihn bezogen über Zweck und Funktion der Berliner Mauer zu informieren. Vor allem werden die Geschichten derjenigen Menschen erzählt, deren Leben durch die Mauer eingeschränkt war, die ihr weichen mussten oder die sie zu überwinden trachteten. Das neu gestaltete Gedenkstättenareal mit dem Denkmal, der Kapelle der Versöhnung und dem Fenster des Gedenkens  bildet mit den erhaltenen Grenzanlagen das Kernstück der Gedenkstätte an der Bernauer Straße.

Das historische Gelände wird durch vier Ausstellungsebenen erschlossen:

  • die originalen Relikte der Grenzanlagen werden, wo sie verlorengegangen sind, durch Nachzeichnungen aus Cortenstahl wieder sichtbar gemacht, ergänzt durch Nachzeichnungen der Fluchttunnel und der abgerissenen Grenzhäuser
  • mit Ereignismarken werden besondere Ereignisse am Ort des Geschehens markiert, deren nähere Umstände in einem Feldbuch nachzulesen sind
  • archäologische Fenster zeigen teils ältere Schichten der Grenzanlagen, teils Spuren der Stadt, wo sie von Mauer und Grenzstreifen verdrängt worden ist
  • eine Ausstellung im Grenzstreifen erläutert den Ort, die wichtigsten Ereignisse und die historischen Zusammenhänge

Das neu gestaltete Gedenkstättenareal wird sich nach Abschluss der Erweiterung in vier Themengebiete gliedern. Der Bereich zwischen der Gartenstraße und der Ackerstraße, der im Mai 2010 eingeweiht wurde, informiert über die Mauer und den Todesstreifen. Hier steht das Fenster des Gedenkens zur Erinnerung an die Todesopfer. Der Abschnitt zwischen der Ackerstraße und der Brunnenstraße wird zum 50. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 2011 durch Bundespräsident Wulff eingeweiht. Auf diesem Areal wird die Zerstörung dieses Stadtviertels durch den Mauerbau gezeigt. Anhand von Familiengeschichten ehemaliger Anwohner der Bernauer Straße werden die Auswirkungen des Mauerbaus auf die betroffenen Menschen verständlich. Der letzte Teil des Areals, der noch zu gestalten ist, reicht von der Brunnenstraße bis zum Mauerpark. Hier werden weitere Ereignisse aufgegriffen, die in diesem Straßenabschnitt passiert sind. Dazu gehören die Flucht des Volkspolizisten Conrad, Fluchtsprünge aus den Grenzhäusern oder Tunnelgrabungen. Die Fertigstellung ist für 2013 geplant.

Foto 3: Fenster des Gedenkens
Foto 3: Fenster des Gedenkens
Foto 4: Noch zu gestaltender Ausstellungsbereich
Foto 4: Noch zu gestaltender Ausstellungsbereich