POTSDAM MUSEUM - GEDENKSTÄTTE LINDENSTRAßE 54/55 FÜR DIE OPFER POLITISCHER GEWALT IM 20. JAHRHUNDERT

Ausstellung
Datum:
01.01. bis 31.12.
Veranstalter:
Potsdam Museum – Gedenkstätte Lindenstraße 54/55
Veranstaltungsort:
Potsdam Museum – Gedenkstätte Lindenstraße 54/55, 14467 Potsdam

Wie kein anderer Ort in Potsdam steht die Gedenkstätte in der Lindenstraße 54 / 55 für die Kontinuität politischer Verfolgung und Gewalt im 20. Jahrhundert - aber auch für den Sieg der Demokratie in der friedlichen Revolution 1989/90.

1734 bis 1737 als Wohnhaus errichtet, erlebte das barocke Stadtpalais in den ersten 200 Jahren eine wechselvolle Geschichte- vom preußischen Kommandantenhaus zum französischen Pferdelazarett, vom Sitz des ersten Potsdamer Stadtparlaments bis hin zum Gerichtsgebäude und Gefängnis. Während der nationalsozialistischen Diktatur von 1933 bis 1945 waren hier Verfolgte des Nazi-Regimes inhaftiert, darunter mehr als 800 Zwangsarbeiter aus 23 Nationen und zahlreiche Mitglieder von Widerstandsgruppen, die in Potsdam vom Volksgerichtshof verurteilt wurden, nicht wenige zum Tod. Von 1934 bis 1944 wurde das Gerichtsgebäude vom Potsdamer Erbgesundheitsgericht genutzt, das auf der Grundlage des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" mehr als 4.200 Frauen und Männer zur Zwangssterilisation verurteilte. Im Sommer 1945 beschlagnahmte der sowjetische Geheimdienst den Gerichts- und Gefängniskomplex und nutzte ihn während der folgenden sieben Jahre als geheimdienstliches Untersuchungsgefängnis für das Land Brandenburg. Mehrere Tausend Frauen und Männer wurden unter unmenschlichen Bedingungen monatelang inhaftiert und verhört und von sowjetischen Militärtribunalen zu langjährigen Haftstrafen oder zum Tod verurteilt. 1952 wurde das Gefängnis an das Ministerium für Staatssicherheit der DDR übergeben, das hier seine Potsdamer Untersuchungshaftanstalt einrichtete. In dem vom Volksmund "Lindenhotel" genannten Gefängnis waren bis 1989 annähernd 7.000 Frauen und Männer den menschenrechtswidrigen Haftbedingungen und Verhörmethoden der Stasi schutzlos ausgesetzt. Erst die friedliche Revolution erzwang im Oktober 1989 das Ende von Inhaftierungen aus politischen Gründen. Als die Massendemonstrationen im Herbst 1989 die Machtstrukturen in der DDR erschütterten, gab die Stasi das "Lindenhotel" auf. Anfang 1990 übernahmen die demokratischen Parteien und Bewegungen aus der Stadt und dem Bezirk Potsdam das einstige Gerichtsgebäude als ihr erstes Arbeitsdomizil - aus einem "Haus des Terrors" wurde ein "Haus der Demokratie".

In vier Ausstellungsmodulen können sich die Besucher über die Geschichte dieses Ortes informieren:

Das sowjetische Geheimdienst-und Untersuchungsgefängnis (1945 - 1952)

Das Potsdamer Stasi-Untersuchungsgefängnis (1952 - 1989)

DEMOKRATIE - JETZT ODER NIE! Die Potsdamer Lindenstraße 54/55: Vom "Haus des Terrors" zum "Haus der Demokratie". Die friedliche Revolution. Potsdam 1989/90.

Flucht in den Westen

Der neuer Ausstellungsteil informiert seit Frühjahr 2011 über die Wege, die Menschen einschlugen, um in den Westen zu flüchten, über die Methoden, mit denen sie den Eisernen Vorhang überwinden wollten, über Stasi-Untersuchungshaft, Verurteilungen durch DDR-Gerichte, Strafverbüßung und Häftlingsfreikauf durch die Bundesrepublik.

Eintritt:
1,50 €, mit Führung 3 €
Schüler 1 €, mit Führung 2 €

Öffentliche Führungen ohne Anmeldung finden immer am letzten Samstag des Monats statt. Beginn: 14 Uhr , Dauer: 1 1/2 Std.

Kontakt und Anmeldung von Führungen
Potsdam Museum, Benkertstraße 3, 14467 Potsdam
Telefon: 0331 - 289 6803 Fax: 0331 - 289 6808
museum-geschichte@rathaus.potdsdam.de

Sprechstunde im Potsdam Museum - Gedenkstätte Lindenstraße 54/55.
Eine wöchentliche Sprechstunde bietet das Potsdam Museum mit der Koordinatorin der Gedenkstätte, Frau Gabriele Schnell, jeden Dienstag von 15 - 18 Uhr in der Lindenstraße 54/55 an.
Ehemalige Häftlinge und Interessierte an der Gedenkstättenarbeit können sich anmelden unter der Telefonnummer 0331 - 289 6136. Unter dieser Telefonnummer ist Gabriele Schnell auch während der Sprechstunden zu erreichen.

Verkehrsanbindungen:
Haltestelle: Dortustraße
TRAM 91, 94 und 98 | BUS 605 und 692

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