Mühlenstr. (Ost) / Köpenicker Str. (West) / Oberbaumbrücke

Foto: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-175256, Horst Siegmann
Foto: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-175256, Horst Siegmann
Foto: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-88673, Johann Willa
Foto: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-88673, Johann Willa

Weihnachtsbäume an der Mauer (Mühlenstraße gegenüber O2 World)

Nach der Grenzschließung am 13. August blieben Familien, Freunde und Bekannte auch zum Weihnachtsfest 1961 voneinander getrennt. Als Zeichen der Verbundenheit zwischen den Menschen in Ost und West wurde die Aktion »Licht an der Mauer« ins Leben gerufen. Initiiert vom »Kuratorium Unteilbares Deutschland« sollten zu Weihnachten entlang der Mauer auf West-Berliner Seite eintausend mit elektrischen Kerzen beleuchtete Weihnachtsbäume stehen. Mit Spenden aus der Bundesrepublik und dem Ausland konnten die Bäume nach Berlin gebracht werden. Am 17. Dezember 1961 fiel im Humboldthain in Anwesenheit des Regierenden Bürgermeisters, Willy Brandt, der Startschuss für die Aktion. Für die DDR waren die Weihnachtsbäume eine Provokation. Grenzsoldaten bewarfen die Bäume wiederholt mit Steinen. Auch unter den Berlinern stießen sie nicht auf ungeteilte Zustimmung, führten doch die leuchtenden Kerzen an der Mauer eindringlich das Leid der Trennung vor Augen.

Dennoch wurde die Weihnachtsbaumaktion 1962 wiederholt. Die DDR-Führung hatte es zuvor wiederum abgelehnt, an Weihnachten Besuche zwischen Ost und West zuzulassen. Zur Jahreswende 1962/63 standen deshalb erneut mehr als 400 Bäume entlang der innerstädtischen Grenze, auch hier am gegenüberliegenden Gröbenufer, dem heutigen May-Ayim-Ufer. (Quellen: Berlin-Chronik, 17.12.1961, 10.11.1962, 16.12.1962, Chronik der Mauer.de)

© Stiftung Berliner Mauer