Potsdamer Platz

Foto: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-76 071, Horst Siegmann
Foto: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-76 071, Horst Siegmann
Gedenkstätte Berliner Mauer, Bild-Nr. 7286, Fotograf: Michael-Reiner Ernst
Gedenkstätte Berliner Mauer, Bild-Nr. 7286, Fotograf: Michael-Reiner Ernst
Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-115304, Fotograf: Hans Seiler
Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-115304, Fotograf: Hans Seiler

Die Mauerhasen am Potsdamer Platz (Potsdamer Platz/Ri Stresemannstraße)

Jassir Arafat, Willy Brandt und Fidel Castro kamen als Gäste, um das Leben der Hasen zu beobachten, die am Potsdamer Platz auf dem breitesten Teil des Todesstreifens entlang der Mauer lebten. Der für den Oscar nominierte Dokumentarfilm »Mauerhasen«/»Królik po berlinsku «von den polnischen Regisseuren Bartek Konopka und Piotr Rosolowski erzählt die Geschichte vom Mauerbau bis zum Mauerfall aus dem Blickwinkel der Hasenpopulation. Der märchenhafte Dokumentarfilm – gespickt mit einer Vielzahl von Originalaufnahmen und Zeitzeugenerinnerungen – stellt ein neues Bild des Mauerfalls dar. Aus dem Naturfilm entpuppt sich eine Parabel. »Seit Jahrhunderten ist die Gattung in Europa heimisch…«, so beginnt die Stimme aus dem Off. Geschützt durch Mauer und Stacheldraht leben die Hasen ein friedvolles Leben, ohne natürliche Feinde. Mit der Zeit verlieren die Mauerhasen jede Scheu und werden in ihrer kleinen, überschaubaren Welt träge und faul. Sie hören auf, um Rangordnungen zu kämpfen und reagieren auf die Vorgänge um sie herum mit Desinteresse. Doch auch die Zustände im Paradies währen nicht ewig. Pflanzenschutzmittel werden eingesetzt, die Hasen erkranken, werden schließlich gejagt. Als die Mauer fällt, werden die Hasen heimatlos und müssen mit der neuen Freiheit zurechtkommen. Ein Schicksal, das nicht nur die Mauerhasen ereilte…

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